Zwölf Direktkandidaten

Am Sonntag wird‘s spannend: Wer schafft im Stimmkreis Weilheim-Schongau den Sprung in den Landtag?

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Am Sonntag wird ein neuer Landtag gewählt (Symbolbild).
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Jetzt gilt’s: Am Sonntag wird ein neuer Landtag gewählt, und im Stimmkreis Weilheim-Schongau, der auch den nördlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen umfasst, kämpfen zwölf Kandidaten um das begehrte Direktmandat. Die besten Chancen hat erneut Harald Kühn (CSU).

Landkreis – Die Umfragen sagen der CSU rund 35 Prozent voraus – wahrlich nicht beeindruckend, wenn man sich Wahlergebnisse auch aus der jüngeren Vergangenheit anschaut. Doch trotzdem sollte am erneuten Direktmandat von Harald Kühn kein Weg vorbei führen. Der will davon aber nichts wissen und macht weiter fleißig Wahlkampf, auch am heutigen Samstag noch.

„Infostände bis zur letzten Minute“ hat auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Andreas Krahl besucht. Auf die Grünen ist zuletzt wegen der Politik der Berliner Ampel-Koalition viel Kritik eingeprasselt – „wir werden am Sonntagabend sehen, inwieweit sich das ausgewirkt hat“, sagt Krahl. Er tritt auf Listenplatz acht an – ein gutes Omen, denn den hatte er auch vor fünf Jahren schon inne.

Noch bessere Vorausetzungen hat Susann Enders, die 2018 für die Freien Wähler ebenfalls erstmals in den Landtag eingezogen war. Damals auf Platz neun, hat sie nun den Top-Listenplatz drei inne – und ist trotzdem nervös, wie sie zugibt. „Ich habe Respekt vor der Wahl und dem Wähler, egal, wie gut und sicher man sich fühlt“, sagt sie. Auch sie ist noch täglich an Infoständen präsent, gestern unterbrochen allerdings von einem traurigen Termin: Enders war bei der Beerdigung des Freie-Wähler-Urgesteins Manfred Pointner in Freising,

Prozedere bei der Wahl ist klar geregelt

Ebenfalls eine ordentliche Ausgangsposition hat auf Listenplatz zehn Benjamin Nolte von der AfD. Nimmt man die Umfragewerte, könnte das reichen. Dann wäre der Stimmkreis möglicherweise gleich mit vier Abgeordneten im Maximilianeum vertreten, das gab es noch nie.

Für die SPD tritt erneut Dominik Streit an. Der Kreisvorsitzende, der schon 2018 kandidiert hatte und nur auf ernüchternde 6,8 Prozent Erststimmen kam, gibt sich trotz des Gegenwinds aus Berlin optimistisch. „Mit dem Direktmandat wird es wohl nichts“, sagt er, und man weiß nicht, ob er das ernst oder im Scherz meint. Aber dank seines ordentlichen Listenplatzes sieben könnte es bei einem einigermaßen anständigen Ergebnis der Sozialdemokraten auch für ihn reichen.

Für den jungen FDP-Kandidaten Yannick Timo Böge wird es in erster Linie darum gehen, dass seine Partei überhaupt den Sprung in den Landtag schafft. Als Neuling auf Listenplatz 25 dürfte ein Einzug für ihn Wunschdenken sein.

Die weiteren Kandidaten sind Markus Wagner von der Bayernpartei, Agnes Edenhofer für die ÖDP, Gregor Schulze-Hädrich für die Tierschutzpartei, Marco Döring für die V-Partei³, Martin Neuner für die Linke und Wolfgang Seitz für die Basis.

Das Prozedere bei der Wahl ist klar geregelt, wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilt. Zuerst wird die Landtagswahl ausgezählt, und zwar die Erststimme und die Gesamtzahl der Zweitstimmen. Dieses Ergebnis wird über die Wahlbehörde (Gemeinde, Stadt) dem Landratsamt gemeldet, so Vize-Pressesprecher Klaus Mergel.

Erste Ergebnisse werden gegen 19.15 Uhr erwartet

In einem zweiten Schritt werden die erhaltenen Zweitstimmen jeder Person ausgezählt. Nach vollständiger Auszählung der Landtagswahl ist im gleichen Prozedere die Bezirkswahl auszuzählen. In der Wahlnacht wird über das Landratsamt nur die Erststimme und die Gesamtzahl der Zweitstimmen publiziert. „Mit ersten Ergebnissen ist ab ungefähr 19.15 Uhr zu rechnen“, sagt die Pressestelle. Insgesamt müssten 238 Stimmbezirke ans Landratsamt gemeldet und verarbeitet werden.

Mit letzten Ergebnissen zur ersten Schnellmeldung ist gegen 22.30 Uhr zu rechnen, so Mergel: „Erst dann ist der Stimmkreis 131 Weilheim-Schongau in Bezug auf die Landtagswahl vollständig.“ Da die Briefwähler immer mehr werden und das Prozedere beim Aufschlitzen der Umschläge viel Zeit kosten, könnte man meinen, dass es deshalb länger dauert. Dem widerspricht Mergel: „Es spielt keine Rolle, wie viel Briefwähler abstimmen. Die Wahlbehörden haben genügend Briefwahlbezirke gebildet.“ Geplant seien 120 Urnenbezirke und 118 Briefwahlbezirke, es wird also mit 50 Prozent Briefwahlanteil gerechnet.

Online können Sie die Landtagswahl mit unserem Liveticker unter www.merkur.de/schongau bequem mitverfolgen

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