VonPeter Hanackschließen
Themencheck Energiewende: Windkraft dominiert, aber Photovoltaik und Geothermie werden an Bedeutung gewinnen.
Das Ziel: Bis zum Jahr 2045 soll Hessen seinen Energiebedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken, also klimaneutral sein.
Der Strommix: Im ersten Halbjahr 2022 stammten 58 Prozent des in Hessen erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energien, so der Monitoringbericht des hessischen Wirtschaftsministeriums. Rund 21 Prozent stammten aus Kohlekraft, 15 Prozent aus Gas, der Rest aus Mineralöl oder nichtbiologischen Abfällen.
Themenchecks zur Landtagswahl in Hessen
Die Frankfurter Rundschau veröffentlicht zur Landtagswahl acht Themenchecks mit Problemaufrissen und Positionen der Parteien dazu.
Bisher erscheinen:
- Polizei und Sicherheit
- Nahverkehr
- Naturschutz: Wolf
- Armut
- Rassismus
- Gesundheit
Von den erneuerbaren Energien machte Windkraft 51 Prozent aus. 25 Prozent entfielen auf Photovoltaik, 13 Prozent auf Biomasse. Der Rest stammt vor allem aus Wasserkraftwerken, Deponie- und Klärgasanlagen.
Die Windkraft hat in der ersten Hälfte 2023 zugelegt. In Hessen gingen 19 neue Anlagen in Betrieb – im Vorjahreszeitraum waren es zwei. Knapp 1200 sind es aktuell insgesamt. Weitere 400 sind nach Angabe der Landesregierung „in der Pipeline“. Hessen will zwei Prozent der Landesfläche für die Nutzung von Windenergie reservieren. Dazu wurden Windvorranggebiete festgelegt, die aktuell 1,9 Prozent ausmachen. Die 418 Gebiete haben eine Gesamtfläche von etwa 40 000 Hektar.
Die Solarenergie kann genutzt werden, um Strom oder Wärme zu erzeugen. Knapp 150 000 Photovoltaikanlagen zur Stromproduktion waren laut Monitoringbericht Anfang 2022 installiert. 15 000 wurden 2021 installiert, in der ersten Hälfte 2022 waren es noch einmal fast 10 000. Zuletzt haben auch Balkonkraftwerke deutlich an Zahl zugenommen, einen relevanten Beitrag zur Stromerzeugung leisten sie allerdings noch nicht.
Eine vergleichsweise geringe Bedeutung hat die Wärmeerzeugung aus Sonnenenergie. Lediglich fünf Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energiequellen kommen aus der Solarthermie.
Landtagswahl in Hessen: Themencheck Energiewende
Diese Zusammenstellung erscheint im Rahmen eines Themenchecks zur Hessenwahl. Weitere Texte dazu:
Bürgerentscheide: Wenn der Wind sich dreht. Immer häufiger entscheiden die Bürger und Bürgerinnen selbst, ob sie Windräder vor ihrer Haustür haben wollen. Und immer öfter entscheiden sie sich dafür.
Der Themencheck Energie: Was die Parteien wollen. Die einen setzen auf eine Renaissance der Atomkraft, andere auf Wasserstoff, und dann sind da ja noch Wind und die Sonne.
Wasserkraft ist vergleichsweise geringen Schwankungen unterworfen, also verlässlich. Knapp 500 Anlagen gibt es in Hessen. Allerdings tragen sie nur zu rund 2,5 Prozent zur Stromversorgung in Hessen bei. Ein weiterer Ausbau ist kaum möglich.
Biomasse wird vor allem für die Wärmeerzeugung genutzt. Sie machte laut Monitoringbericht 2021 einen Anteil von 86 Prozent der Thermie aus erneuerbaren Energien in Hessen aus. Dazu haben vor allem Holzhackschnitzel- oder Pelletheizungen und -kraftwerke beigetragen. Bei der Stromerzeugung haben die gut 500 Anlagen im Land unter den erneuerbaren Energien einen Anteil von gut fünf Prozent.
Geothermie , also Erdwärme, könnte künftig eine deutlich größere Rolle spielen: zum einen in der Verbindung mit Wärmepumpen in Privathaushalten, zum anderen im industriellen Maßstab, wo sie für Gewerbe und Kommunen genutzt werden könnte. In Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung könnte dann auch Strom aus Erdwärme erzeugt werden.
Landtagswahl in Hessen
Am 8. Oktober wählt Hessen einen neuen Landtag. Die Frankfurter Rundschau bündelt ihre umfangreiche Berichterstattung in ihrem Onlinedossier zur Hessenwahl.
Die FR führt Interviews mit den Spitzenkandidat:innen. Zwei Podiumsdiskussionen überlegen, wie die Politik auf die aktuellen Krisen reagieren sollte, und wie sich Hessen engagiert in der Entwicklungszusammenarbeit, im fairen Handel und in der Integration von Menschen aus dem globalen Süden. Schließlich bringen wir Themenchecks zu zentralen Fragen der Hessenwahl - und stellen die Frankfurter Wahlbezirke vor.
