Bösartige Tumore

Gefürchtete Erkrankung Krebs: Arten, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

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Wenn sich Zellen unkontrolliert vermehren, kann daraus ein bösartiger Tumor entstehen. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Brustkrebs und Prostatakrebs.

Eine ganz alltägliche Situation und plötzlich ist da was: ein Knoten an der Brust, der beim Duschen oder Eincremen getastet wird, ein dunkles Muttermal, das auffällt und juckt, nachts verstärkter Harndrang, Blut im Urin, eine Schwellung mit Schmerzen im Hoden, die man spürt. Anzeichen, die nicht in jedem Fall Hinweis für eine ernsthafte Erkrankung sein müssen, jedoch bei anhaltenden Beschwerden oder einer Verschlimmerung unbedingt ärztlich abgeklärt werden sollten.

Je nach Krebsart zeigen sich unterschiedliche Symptome, wenngleich manche Geschwüre anfangs keine sichtbaren oder spürbaren Beschwerden verursachen, wie Darmkrebs oder Prostatakrebs. Die Tumore wachsen häufig im Verborgenen und werden vielfach per Zufallsbefund erkannt. Um die Heilungschancen zu verbessern, ist eine empfohlene Früherkennung beispielsweise von Darmkrebs oder Brustkrebs beim Arzt sowie eine passende Krebstherapie wichtig.

Inhalt

Wie entsteht Krebs?

Der Begriff Krebs geht auf die alten Griechen zurück und soll sich tatsächlich auf das Tier beziehen. Krebszellen erinnern hinsichtlich ihres Aussehens und der Art, wie sie sich ausbreiten, an ein Krebstier. Zudem sind Krebsgeschwüre im Vergleich zu dem umliegenden Gewebe hart, ähnlich dem tierischen Körper.

Krebs ist eine ernstzunehmende Krankheit, die durch veränderte Zellen an verschiedenen Stellen im Körper entstehen kann. Zu Fehlern im Erbgut der Zelle kann es zufällig und spontan während der Zellteilung kommen oder beim normalen Stoffwechsel. Dadurch werden folgende Prozesse angeschoben:

  • Zellen verändern sich, sie teilen und vermehren sich ungehemmt.
  • Zellen sterben nicht ab, obwohl sie es tun sollten.
  • Zellen können sich durch das veränderte Erbgut aus dem festen Platz im Gewebe fortbewegen.

Aufgrund der krankhaften Vermehrung und Ausbreitung kann ein bösartiger Tumor entstehen, der gesundes Gewebe zerstört.

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Krebs entsteht durch eine Veränderung des Erbguts in den Zellen

Bei einer Krebserkrankung spielen drei Gruppen von Genen, die auch in gesunden Zellen vorkommen, eine entscheidende Rolle: die sogenannten Onkogene, die Tumorsuppressor-Gene und die Reparaturgene. Während Onkogene das Zellwachstum anregen, hemmen Tumorsuppressor-Gene eine ungebremste Vermehrung. Dieser Prozess läuft in den meisten Fällen ohne Störungen ab. Mögliche Genveränderungen in den Zellen kann das Reparatursystem des Körpers erkennen und rückgängig machen. In manchen Fällen klappt die Reparatur jedoch nicht, sodass es zwischen Onkogenen und Tumorsuppressorgenen zu einem Ungleichgewicht kommt, was die Entstehung von Tumoren fördert.

Ist Krebs immer bösartig?

Wenn Zellen sich verändern und es zum Tumorwachstum kommt, entsteht nicht in jedem Fall daraus Krebs. Mediziner unterscheiden drei verschiedene Formen von Geschwulsten:

  • Gutartige oder benigne Tumore: Eine Geschwulst, die lokal begrenzt ist, keine Metastasen bildet und benachbartes Gewebe nur verdrängt, nicht zerstört.
  • Halb-bösartige oder semimaligne Tumore: Zellwucherungen, die zwar in umliegendes Gewebe wachsen, jedoch keine Tochtergeschwulste an anderen Stellen im Körper bilden.
  • Bösartige oder maligne Tumore: ein Karzinom, das in andere Gewebe eindringt, es zerstört und in verschiedenen Regionen des Körpers Metastasen bilden kann.

Eine Ausnahme stellt Blutkrebs dar: Bei einer Leukämie liegt keine Geschwulst vor, da der Krebs von den Knochenmarkszellen ausgeht. Stattdessen wird die Erkrankung durch eine gestörte Reifung der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) ausgelöst.

Krebs – Ursache und Risikofaktoren

Nicht jeder Mensch, der bestimmte Risikofaktoren erfüllt, erkrankt automatisch an Krebs. Und gleichzeitig können auch Personen, die keiner Risikogruppe angehören und gesund leben, einen bösartigen Tumor entwickeln. Das Risiko an Krebs zu erkranken steigt jedoch mit einem ungesunden Lebensstil.

Zu den bekanntesten krebsauslösenden Faktoren zählen:

Erhöhtes Krebsrisiko: Elf Lebensmittel begünstigen das Tumor-Wachstum

Wurst
Verarbeitetes Fleisch und Fleischwaren werden von der „Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ als krebserregend eingestuft. Verarbeitet bedeutet in diesem Fall, dass es sich um Fleisch handelt, das durch Salzen, Fermentieren, Räuchern oder Pökeln haltbar gemacht wird, wie Salami, Schinken oder Würstchen. Gepökelte, geräucherte und einge­salzene Fleisch­produkte erhöhen pro 50 Gramm das Risiko auf Darmkrebs um 18 Prozent. © CSH/Imago
Zucker
Ein hoher Zuckerkonsum kann nicht nur Entzündungsprozesse im Körper sowie Diabetes Typ 2 und Rheuma fördern. Zucker begünstigt Übergewicht und Adipositas, was das Krebsrisiko erhöhen kann. Zu hohes Körpergewicht zählt bei Darmkrebs, Schilddrüsenkrebs, Leberkrebs, Magenkrebs sowie Gallenblasenkrebs zu einem der größten Risikofaktoren. Laut der „Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ erhöht Übergewicht das Risiko für mindestens 13 Krebs­formen. Die Wahr­scheinlich­keit, eine von diesen zu entwickeln, steigt ab einem Body-Maß-Index (BMI) über 25. Bekannt ist, dass Krebszellen sich durch die Energie von Zucker noch eher entwickeln und vermehren. Sie nehmen bis zu zehnmal mehr Zucker auf als normale Körperzellen. Laut „Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)“ sollte jeder Mensch nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag verspeisen. Doch es zeigt sich, dass im Durchschnitt jeder Bundesbürger täglich ca. 93 Gramm Zucker – pro Jahr nahezu 34 Kilogramm – aufnimmt. Versteckte Zucker sind auch in industriell hergestellten Produkten enthalten, von denen man es zunächst nicht vermuten würde, beispielsweise Tiefkühlpizza, Kraut- und Fleischsalat sowie Tomatensuppe. © Science Photo Library/Imago
Burger
Fertig-Burger enthalten häufig neben Zucker auch Transfette, die zu einer Gewichtszunahme führen können, welches wiederum das Krebsrisiko erhöht. Doch auch ein selbstgemachter Burger mit Grillfleisch kann Gefahren bergen: Wenn Fett beim Grillen vom Fleisch in die Glut tropft, entstehen krebserregende Stoffe wie Benzpyren und Amine, die sich über den Rauch und die Hitze mit dem Fleisch verbinden. Benzpyren wird der Gruppe der sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) und Amine der Gruppe der heterozyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (HAA) zugeordnet. Beide gelten als Auslöser für Magen- und Darmkrebs. Sie werden im Körper zu Molekülen umgebaut, die in die Darmzellen eindringen. Dort können sie Veränderungen im Erbgut, sogenannte Mutationen bewirken, welche dann zu bösartigen Tumoren heranwachsen können, wie die „Deutsche Krebsgesellschaft“ berichtet. Wer sich für die Grillzeit wappnen möchte, sollte am besten eine Folie zwischen Grillgut und Glut legen. Die gefährlichen Kohlenstoffe können letztlich durch Räuchern oder Rösten entstehen, beispielsweise neben gegrilltem Fleisch auch in geräuchertem Fisch, geröstetem Kaffee oder verbrannter Salami auf der Pizza. © JuriEber/Imago
Pommes frites
Durch das Frittieren entsteht in Pommes Frites der chemische Stoff Acrylamid, der in Tierversuchen als krebserregend eingestuft wurde. „Bei hoher Dosis schädigt es zudem die Nerven“, bekräftigt Dr. Susanne Weg-Remers vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Acrylamid ist natürlicherweise in stärkehaltigen Lebensmitteln enthalten, die durch Braten, Backen oder Rösten sowie der industriellen Verarbeitung bei über 120 Grad Celsius gefertigt werden. Zudem werden Pommes häufig in gehärtetem Fett frittiert, wodurch Transfette entstehen, die Übergewicht fördern können und somit das Risiko für eine Krebserkrankung steigen lassen. © foodandmore/Imago
Kartoffelchips
Die meisten lieben es: Abends beim Filmschauen Chips knabbern. Doch nicht nur wegen der gesünderen Inhaltsstoffe sollte man lieber zu den Nüssen greifen. Wie Pommes Frites werden auch industriell verarbeitete Kartoffelchips häufig in gehärtetem Fett frittiert. Dabei entstehen Transfette, die Übergewicht fördern, wodurch das Krebsrisiko signifikant steigt. Zudem bildet sich beim Frittieren der chemische Stoff Acrylamid, der durch das „Deutsche Krebsforschungszentrum“ als krebserregend eingestuft wird. © Zoonar.com/monticello/Imago
Pizza
Tiefkühlpizza kann als Geschmacksträger Zucker und zudem Transfette enthalten. Bislang gibt es keine eindeutig wissenschaftlichen Nachweise darauf, dass ein hoher Zuckerkonsum das Krebsrisiko steigen lässt, so die „Deutsche Krebshilfe“. Allerdings begünstigt Zucker eine Krebserkrankung insofern, als man dadurch eher übergewichtig werden kann – und Übergewicht erhöht das Risiko für 13 verschiedene Krebsarten. Gleiches gilt für Fette, insbesondere gehärtete Fette wie Transfette. Es ist nicht nachgewiesen, dass Transfette das Krebsrisiko erhöhen. Jedoch sollen sie dazu beitragen, das Sättigungsgefühl zu beeinflussen, wodurch das Risiko für Übergewicht und demnach Krebs steigt. © Bernd Schmidt/Imago
Rotes Schweinefleisch
Die „Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)“ empfiehlt, wöchentlich nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Fleischwaren zu verzehren. Insbesondere rotes Fleisch soll krebserregend wirken können. Denn das Häm-Eisen im roten Fleisch, vornehmlich in Rind und Schwein, könnte das Erbgut schädigen und die Zellteilung fördern. Eine schnelle Zellteilung kann die Entstehung von Darmkrebs, Prostatakrebs sowie Bauchspeicheldrüsenkrebs begünstigen. © Imaginechina-Tuchong/Imago
Hot-Dogs im Brötchen werden mit Senf garniert.
Die beliebten Hot Dog-Würstchen enthalten Nitrate, was an sich für den Körper nicht gefährlich ist. Kritisch wird es, wenn Nitrate in Nitrit oder Nitrosamine umgewandelt werden. Beide Stoffe gelten als krebserregend. Das passiert, sobald Nitrate gleichzeitig mit proteinreichen Speisen aufgenommen werden. Neben Hot Dogs kann dies ebenfalls bei Pizza Salami der Fall sein. Das Nitrat der Salami und die Proteine des Käses können sich leicht zu Nitrosaminen umwandeln. © picture alliance/dpa/Johannes Schmitt-Tegge
Croissants
Industriell hergestellte Backwaren wie Croissants enthalten häufig Transfette, die bei regelmäßigem Verzehr Arterienverkalkung, Schlaganfall und Herzinfarkt zur Folge haben können. Transfette stehen außerdem im Verdacht, Entzündungen im Körper zu begünstigens. Zudem fördern die gehärteten Fette Übergewicht und Adipositas, was als einer der entscheidenden Risikofaktoren für Darmkrebs, Magenkrebs, Leberkrebs, Speiseröhrenkrebs, Brustkrebs, Gebärmutterschleimhautkrebs, Schilddrüsenkrebs, Nierenzellkrebs, Eierstockkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Gallenblasenkrebs sowie Multiples Myelom gilt. © hojo/Imago
Zwei Donuts auf einem Teller
Donuts enthalten wie Pommes und Chips nicht selten das krebserregende Acrylamid sowie Transfette. Neben der hohen Menge an Zucker tragen auch die gehärteten Transfette zu Übergewicht und Adipositas bei, was wiederum die Gefahr einer Tumorerkrankung ansteigen lässt. © Tobias Becker / echo24.de
Bavaria, Germany - 02 February 2023: Krapfen, pancakes or doughnuts with powdered sugar on a wooden table *** Krapfen, P
Auch die vielerorts in Deutschland beliebten Krapfen enthalten den chemischen Stoff Acrylamid, der mit einem erhöhten Risiko für eine Krebserkrankung verbunden ist. Ein regelmäßiger Verzehr von Gebäck wie Krapfen, das ungesunde Mengen der Transfette und Zucker aufweist, fördert Übergewicht und erhöht in der Folge das Krebsrisiko. © Bihlmayerfotografie/Imago

Krebsarten und -formen

Mediziner unterscheiden fünf Formen einer Krebserkrankung, in Abhängigkeit davon, aus welchem Zellgewebe sich der Tumor entwickelt:

  • Karzinom: Bösartige Geschwulst, die aus der Schleimhaut oder Drüsengewebe hervorgeht, beispielsweise Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) und Brustkrebs (Mammakarzinom).
  • Sarkom: seltener Tumor, der aus Binde- oder Stützgewebe wie Fettgewebe, Muskeln, Sehnen, Knorpel oder Knochen heraus entsteht.
  • Blastom: Krebs, der während der frühen Gewebe- oder Organentwicklung auftritt, wie das Neuroblastom, das vor allem Kinder betrifft.
  • Lymphom: Krebserkrankung des lymphatischen Systems, wie Lymphknoten, Lymphbahnen, Mandeln und Milz.
  • Leukämie: Blutkrebs, wodurch das gesamte blutbildende System betroffen ist, beispielsweise die akute lymphoblastische Leukämie (ALL).

Karzinome, Sarkome und Blastome werde als solide Tumore klassifiziert, da sie zumindest zu Beginn im Körper deutlich begrenzt sind. Bei Lymphomen und Leukämie handelt es sich um sogenannte systemische Krebserkrankungen, die den gesamten Körper betreffen.

Bisher sind circa 300 verschiedene Krebsarten mit Untertypen bekannt, die in verschiedenen Altersgruppen und unterschiedlich häufig bei Frauen oder Männern entstehen. Die drei häufigsten, bösartigen Krebsarten bei Frauen sind Brustkrebs (30,5 Prozent), Darmkrebs (10,5 Prozent) und Lungenkrebs (9,8, Prozent). Männer erkranken am ehesten an Prostatakrebs (25,1 Prozent), Lungenkrebs (13,0 Prozent) und Darmkrebs (11,7 Prozent).

Weitere häufige Krebsarten, die bei Frauen auftreten, sind:

Männer erkranken zudem am häufigsten an:

  • Blasenkrebs (4,8 Prozent)
  • Hautkrebs (4,7 Prozent)
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs (3,9 Prozent)
  • Non-Hodgkin-Lymphom (3,9 Prozent)
  • Nierenkrebs (3,6 Prozent)
  • Mundhöhlenkrebs sowie Rachenkrebs (3,5 Prozent)
  • Magenkrebs (3,5 Prozent)

Andere Krebsarten wie Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs, Schilddrüsenkrebs, Zungenkrebs oder eine bösartige Erkrankung des Anus, der Vulva sowie der Hoden ist eher selten.

Typische Symptome, je nach Krebsart

Symptome und Beschwerden, die mit einer möglichen Krebserkrankung verbunden sind, unterscheiden sich je nach Art der Krankheit. Anzeichen, die auf ein Tumorwachstum hindeuten können, sind unter anderem:

  • Hoher Gewichtsverlust
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Appetitlosigkeit
  • Blässe
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Veränderter Stuhlgang (z. B. gelb verfärbt)
  • Sodbrennen
  • Schluckstörung
  • Tastbare Knoten im Körper
  • Schmerzen ohne erkennbare Ursache
  • Hautveränderungen, beispielsweise anhand der Form, Farbe und Größe eines Muttermals
  • Anhaltender Husten oder Heiserkeit
  • Blut im Stuhl
  • Blut im Urin
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Veränderungen beispielsweise der Schleimhaut im Mund oder der Nase

Diagnose einer Krebserkrankung

Für eine Krebsdiagnose sind bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Magnetresonanz- oder Kernspintomografie (MRT), Computertomografie (CT), Positronen-Emissions-Tomografie (PET) sowie Szintigrafie entscheidend, aber auch die Analyse von Zell- und Gewebeproben sowie Hinweise im Blutbild sind von großer Bedeutung.

Zeigt sich beispielsweise bereits im kleinen Blutbild eine zu niedrige Anzahl an weißen Blutkörperchen (Leukozyten), kann das ein Hinweis für eine Autoimmunerkrankung, Virusinfektion, Erkrankung des Knochenmarks oder auch Krebserkrankung sein. Zu hohe Leukozyten-Werte können ein Anzeichen für Blutkrebs beziehungsweise Leukämie sein. Doch selbst ein großes Blutbild kann keinen verlässlichen Nachweis für eine Krebserkrankung liefern. Über das Blut können lediglich Hinweise auf ein mögliches Krebsleiden gedeutet werden. Es müssen in jedem Fall weitere, zusätzliche Untersuchungen durchgeführt werden, um herauszufinden, was die Ursache für veränderte Hämoglobin-Werte oder eine abweichende Anzahl an Leukozyten sowie Thrombozyten ist.

Behandlungsmöglichkeiten nach Krebsdiagnose

Die Behandlung von Krebs ist stark abhängig von der Art des Tumors, daher variiert der Therapieverlauf entsprechend. Wie jeder Patient ist auch letztlich jede Krebserkrankung individuell zu betrachten. Dennoch gibt es gängige Behandlungsmethoden, die Mediziner für eine möglichst erfolgreiche Therapie einsetzen:

Dem Einsatz der zielgerichteten Therapie geht die Identifikation von genetischen Veränderungen im Tumorgewebe voraus. Diese genetischen Veränderungen finden sich zum Beispiel in solchen Genabschnitten, die für Zellwachstum verantwortlich sind. Ist ein solcher Signalweg dann durch die Mutation dauerhaft aktiv, bedingt er das unkontrollierte Wachstum von Zellen, das typische Merkmal von Krebserkrankungen. Beispiele für solche Gene sind ALK, EGFR, ROS1 oder BRAF. Durch gezielte Hemmung dieses Signalweges durch ein speziell dafür designtes Medikament kann eine Krebserkrankung zielgenau behandelt werden.

Dr. med. Jan Stratmann, Facharzt für Innere Medizin und Onkologe, gegenüber Ippen.Media

Prognose und Heilungschancen

Grundsätzlich gilt: Je früher ein Tumor erkannt wird, desto besser kann in der Regel behandelt werden und desto günstiger ist der Verlauf. In einem frühen Stadium beispielsweise von Darmkrebs oder Prostatakrebs sind die Heilungsaussichten und die Lebenserwartung relativ gut. Selbst wenn sich Metastasen gebildet haben, kann die Prognose noch positiv sein und eine Heilung nicht komplett ausgeschlossen werden.

Aufbauend auf der sogenannten TNM-Einteilung, einem international verbreitetem System zur Einteilung von Krebserkrankungen, stufen Mediziner eine Krebserkrankung in fünf Krankheitsstadien (0 bis IV) ein:

  • UICC-Stadium 0: Frühformen von Krebs, die noch nicht gestreut haben.
  • UICC-Stadium I: Tumor ist bereits in die Bindegewebsschicht unter der Schleimhautoberfläche oder in die darunter liegende Muskelschicht eingewachsen, jedoch ohne umliegende Lymphknoten oder weitere Organe zu befallen.
  • UICC-Stadium II: Tumor ist in umliegendes Gewebe eingewachsen, hat aber noch keine Metastasen gebildet.
  • UICC-Stadium III: Tumor hat umliegende Lymphknoten befallen, jedoch ohne Fernmetastasen zu bilden.
  • UICC-Stadium IV: Fernmetastasen liegen vor, unabhängig von der Tumorgröße oder Zahl der befallenen Lymphknoten.

Die Lebenserwartung bei Krebserkrankungen in Stadium IV hängt von der Krebsart, den Behandlungsmöglichkeiten und letztlich auch der allgemeinen körperlichen sowie psychischen Verfassung des Patienten ab.

Je nachdem, wie weit der Krebs bereits fortgeschritten ist und der Patient eingeschränkt ist, kann ein Antrag auf Schwerbehinderung gestellt werden. Menschen, die an Krebs erkranken und auf Pflege angewiesen sind, können bei der Pflegeversicherung einen Pflegegrad beantragen. Grundsätzlich können Krebspatienten einen Pflegegrad von 1 bis 5 erhalten.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Krebs

Wie lange kann man Krebs haben, ohne es zu merken?

Eine Krebserkrankung kann sich langsam entwickeln, über Monate bis hin zu Jahren, wie beispielsweise bei Darmkrebs. Manche Krebsformen wie Magenkrebs machen lange Zeit keine Symptome.

Was ist Krebs?

Krebs ist eine Krankheit, die durch genetisch veränderte Zellen an verschiedenen Stellen im Körper entstehen kann. Zu Fehlern im Erbgut der Zelle kann es zufällig und spontan während der Zellteilung kommen oder während des Stoffwechsels. 

Wie entsteht Krebs?

Krebs entsteht durch eine Veränderung des Erbguts in den Zellen.

Wie sieht Krebs aus?

Krebszellen erinnern hinsichtlich ihres Aussehens und der Art, wie sie sich ausbreiten, tatsächlich an das Krebstier. Der Begriff Krebs geht auf die alten Griechen zurück.

Wie erkennt man Krebs?

Symptome und Beschwerden einer möglichen Krebserkrankung unterscheiden sich je nach Art der Krankheit. Anzeichen, die auf ein Tumorwachstum hindeuten, können unter anderem hoher Gewichtsverlust, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Fieber, Nachtschweiß, Appetitlosigkeit, Schmerzen und Übelkeit sein.

Welche Blutwerte sind bei Krebs erhöht?

Abweichende Werte von Tumormakern im Blut, beispielsweise AFP (Alpha-1-Fetoprotein) und CA 15-3 (Carbohydrate-Antigen 15-3), können auf ein mögliches Tumorwachstum hindeuten. Es bedarf letztlich weiterer Untersuchungen wie bildgebenden Verfahren, um eine Erkrankung nachweisen zu können.

Quellen:

https://www.dkfz.de/de/aktuelles/was-ist-krebs.html

https://www.krebsgesellschaft.de/basis-informationen-krebs/diagnosemethoden.html

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/vorsorge-und-frueherkennung/warnsignale.html

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https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/glossar.html

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/klassifikation-von-tumoren-tnm-.html

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/index.php

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/krebs-tumor-metastasen-definition.php

https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2021/news004-pressemitteilung-schwerbehinderung-kuendigungsschutz-fuer-krebspatienten.php

https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/molekulare-diagnostik/tumormarker-biomarker-beispiele.php

https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/krebsarten_node.html

https://flexikon.doccheck.com/de/Krebs

https://www.bayerische-krebsgesellschaft.de/informationen/fakten-ueber-krebs/wer-bekommt-krebs/?L=0

https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/krebs/verdacht-auf-krebs-so-erkennen-sie-anzeichen/

https://www.aok.de/pk/pflege-im-alltag/pflegegrade/

https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/warum-heisst-die-krankheit-krebs-krebs-104.html

https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/krebs/was-und-wie-haeufig-ist-krebs.html

https://www.paracelsus-kliniken.de/zufallsbefund-krebs-urologische-tumoren-wachsen-oft-unerkannt/

https://www.drstauch.de/blog/newsletter/107-laesst-sich-krebs-im-blut-nachweisen

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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